Mittwoch, 7. Dezember 2016

Ist dies die schlimmste Europacup Woche ever?

Also ganz ehrlich... wenn das Länderspiele wären, würden sich alle fragen, ob man die nicht abschaffen kann...
So bedeutungslos wie diese Woche, waren die internationalen Wettbewerbe wohl noch nie... also das liegt zum einen daran, dass 12 von 16 Viertelfinalteilnahmen schon fest stehen.
Aus Deutscher Sicht wird das ganze quasi 5 Fach Grausam... weil es wirklich quasi um nichts mehr geht.
Also Borussia Mönchengladbach durfte sich mit Barca messen... einem Barca, dass auf seinen Ersatztorwart setzte... ich bin ja ehrlich überrascht, dass überhaupt so viele Stammspieler in der ersten Elf standen... ich hätte da an beiden Stellen die U21 geschickt und die Praxis sammeln lassen... So wie Pep Guardiola das im Parallelspiel durchgezogen hat: Der hat 8 von 10 Feldspielern ausgetauscht. Clever, der Mann. Denn in dieser Gruppe ging es halt um absolut gar nichts...

Die Bayern durften dann dafür ihre Ehre wieder herstellen und Atletico Madrid besiegen... Was natürlich an der Gesamtsituation, dass die Bayern nur 2. wurden, nichts mehr ändern konnte... Beide Mannschaften rotierten dementsprechend auch die Hälfte ihrer Mannschaft aus der Startformation.

Und heute geht das ganz große Elend direkt weiter... mit Bayer Leverkusen gegen AS Monaco... beide haben ihre Position absolut sicher. Da kann gar nichts mehr passieren... außer es verletzt sich jemand. Der Zyniker in mir hofft ja darauf, dass beide Mannschaften einfach nur ständig Querpässe spielen um sicher zu gehen, dass da nichts passiert...
Aber hey, dass sind genau DIE BEGEGNUNGEN, für die Ramazen Özcan Ingolstadt verlassen hat... das wird nen traumhaftes Debüt.

Aber das absolute Highlight ist das Spiel, bei dem es sogar noch um den Gruppensieg geht: Real Madrid - Borussia Dortmund.  Also ein Spiel, bei dem die Königlichen vorher noch erklären müssen, dass sie auf keinen Fall taktieren werden... was... nun ja... Dumm ist.
Also halten wir mal kurz fest: Wenn Real sich auf ein Unentschieden einlässt... gehen sie als Gruppenzweiter Barca und Atletico (sowieso, weil keine Spanier gegeneinander antreten können), den Bayern und Paris St.Germain aus dem Weg. Dafür könnte man auf Arsenal London und Juventus Turin treffen... oder auf Leicster und Monaco...
Also ich hätte mehr Angst vor den Bayern, die wohl der einzige Achtelfinal Gegner sind, der Real schlagen kann... da müsste ich wirklich nicht groß nachdenken, ob ich nicht doch lieber Zweiter werde. Da geht man weniger Risiko im Achtelfinale.

Oh und als Bawful Bonus Feature... gibt es am Donnerstag eine Europa League, bei der Schalke 04 als Gruppenerster fest steht und Mainz 05 bereits sicher ausgeschieden ist... Euphorie!!!

Und ja, auf dem Papier sehen all diese Ansetzungen der Champions League großartig aus... bis einem bewusst wird, dass es um absolut nichts geht.

Das Problem, was sich durch alle Gruppen zieht, ist dabei offensichtlich... aber halt auch nicht neu: Die Gruppenletzten der 8 Gruppen kommen auf insgesamt keinen einzigen Sieg. Man hat in jeder Gruppe eine Mannschaft, die einfach nur froh ist, überhaupt mitzuspielen. Der Leistungsabfall zwischen den Mannschaften, die um das Achtelfinale spielen und denen, die froh sind, wenn es in der Europa League weiter geht, ist einfach zu drastisch. Und das führt dann halt dazu, dass die Gruppenphase so ausgeht, wie sie ausgeht.

Ist das schlimm? Eigentlich nein. Ich gucke halt einfach keine Gruppenphasen mehr. Was wirklich nicht weiter schlimm ist. Die Zeiten, wo ich jedes mögliche Spiel gesehen haben muss (weil Barca im Fernsehen sehen halt noch eine echte Rarität war... auch wenn man nur Nebel gesehen hat, hat man da trotzdem eingeschaltet...)
Dass dieses System nebenbei die kleinen Liga in Europa kaputt macht, weil niemand mit den in den 6 Niederlagen gescheffelten Geld irgendwie mithalten kann... ist mir ebenfalls erschreckend egal... Und ja, Dinamo Zagreb, also eine Mannschaft, die die Champions League Saison mit 0 Punkten beendet, ist nebenbei 10 mal in Serie Meister geworden... Olympiakos Piräus hat 18 der letzten 20 Meistertitel in Griechenland geholt...  Die sind zwar international Chancenlos, aber in ihrer eigenen Liga trotzdem allen meilenweit enteilt... Aber wenn ich mich um die Probleme der "kleinen" Europäer sorgen würde... würde ich definitiv nicht beim Fußball anfangen.

Die einzige spannende Frage bleibt: Was würde wohl passieren, wenn wir alle in der Gruppenphase abschalten würden? Wenn wir ein Mal deutlich machen würden, dass uns auf Internationaler Ebene eigentlich nur die K.O. Phasen interessieren? Andererseits... ist das natürlich hoffnungslos... wir sind halt kollektiv Fußballsüchtig... Selbst Gibraltar gegen Deutschland lockt 10 Millionen Deutsche vor die Fernsehgeräte... Holy Shit...

Aber ja... ich für meinen Teil habe in diesem Herbst 10 Minuten von dem Elend in Rostov gesehen und an sonsten die Gruppenphase komplett ignoriert. Nur falls ihr euch das noch nicht getraut habt: Man hat hinterher nicht das Gefühl, dass man irgendwas verpasst hat. Und spielen... tun die trotzdem, auch wenn ihr nicht guckt... ich hab da mal angerufen...

Dienstag, 6. Dezember 2016

"Es tut mir Leid, dass es vielleicht nach einer Schwalbe aussah."

Alle Probleme des Modernen Fußballs (also die Probleme auf dem Feld) wurden direkt nach dem Spiel wunderbar von Timo Werner auf den Punkt gebracht:

"Es tut mir Leid, dass es vielleicht nach einer Schwalbe aussah."

Klar, mittlerweile hat er selber eingesehen, dass es nicht nur nach einer Schwalbe aussah, sondern wirklich eine war. Und um die Pointe vorwegzunehmen: Dass die DFL ihn jetzt nicht sperrt, ist der dümmstmögliche Ausgang.

Aber... im Endeffekt... also das schwieriger am Modernen Bundesligafußball ist ja: Wenn er sich gleich fallen lässt, wird über die Aktion ganz anders diskutiert. Dann jammern die Leipziger, dass es da keinen Elfmeter gab und die Schalker geben hinterher zu, in der Situation durchaus Glück gehabt zu haben...

Und das ist das unfassbar schwierige an der Situation: Der "Zweikampf im Grenzbereich des Regelwerkes" zwischen Werner und Naldo kommt in der Form jedes Spiel vor. Und in verdammt vielen Fällen geht der Stürmer dann zu Boden und gönnt sich die Standartsituation.
Werner hat aber eindrucksvoll nachgewiesen. dass man da gar nicht zwingend zu Boden gehen muss, sondern auch einfach weiter spielen kann.
Und seid mal ganz ehrlich: Den Satz "Da nimmt er den Kontakt dankbar an" oder noch schlimmer "da sucht er den Kontakt um einen Freistoß zu schinden" hört ihr in jeder Liveübertragung.
Deswegen ist ja Werners Aussage so entlarvend. Er entschuldigt sich nicht dafür, dass er zu Boden geht, obwohl es keine physikalische Notwendigkeit gibt, zu Boden zu gehen. Obwohl dass doch die Form ist, in der man eigentlich Fußball spielen sollte. Er entschuldigt sich dafür, dass es dieses Mal allen aufgefallen ist, dass er hätte weiter spielen können.

Und der Fakt, dass Bundesligaprofis jede Gelegenheit nutzen um zu Boden zu gehen, macht es einem Schiedsrichter quasi unmöglich zwischen fairem Zweikampf und Foulspiel zu unterscheiden. Und es macht den Job der Verteidiger ebenfalls quasi unmöglich. Also dass es da nicht wesentlich häufiger zu auffälligen Fehlentscheidungen kommt, ist die eigentliche Sensation.

Und dass das eigentlich ein ganz normaler Vorfall war... nur halt schlimmer als sonst, weil es Elfmeter gab... hat uns an diesem Wochenende Darmstadt bewiesen. Deren gesamte Offensivphilosophie basierte darauf in der gegnerischen Hälfte irgendwie einen Freistoß zugesprochen zu bekommen. Das Ergebnis: Darmstadt ist 24 Mal in 90 Minuten gefoult worden... ohne jemals gefährlich in Strafraumnähe aufgetaucht zu sein. Die Hamburger kommen ebenfalls auf "stolze" 16 zugesprochene Freistöße... und all das ohne Abseits.
Und die Zahlen wären nur noch viel schlimmer geworden, wenn Schiedsrichter Guido Winkmann nicht irgendwann die Lust daran verloren hätte jede Minute einen Freistoß zu geben.
Was ihm dann als "ließ in der Zweikampfbewertung eine klare Linie vermissen" ausgelegt wird. Aber Winkmann wird einfach irgendwann die Strategie der Darmstädter durchschaut haben. Das war zumindest die Auslegung des Sky Livekommentators. (Und ja, ich habe dieses Spiel Live gesehen und Barca - Real ausfallen lassen... irgendwie hab ich die falschen Prioritäten.)
Eine klare Linie in Zweikampfbewertungen zu finden, wenn man sich bei jedem Aufeinandertreffen zweier Profis irgendwie getäuscht fühlen muss, ist aber auch verdammt schwierig.

Darmstadt ist dabei nicht mal einen Vorwurf zu machen. Der FC Ingolstadt hat es schließlich letzte Saison zur Perfektion vorgeführt, wie man mit genau dieser Spielweise die Klasse hält. Und Darmstadt hat halt auch genau genommen keine anderen Möglichkeiten. Das ist ihre einzige Chance.

Und ja, im Wesentlichen ist Ingolstadt nichts anderes Vorgeworfen als Werner jetzt. Wir reden von genau demselben Symptom, nur war der Ausschlag dieses Mal heftiger. Wenn man das Symptom bekämpfen will, darf man aber nicht nur auf die Extrembeispiele achten.

Der faszinierendste Plot des Wochenendes ist allerdings, dass Ralf Fährmann dem Werner abgekauft hat, dass er ein fairer Sportsmann ist...
Also genau genommen ist das, was Werner da macht, richtig dreist. Denn genau genommen... will er nicht nur den Elfmeter schinden, sondern auch noch den Platzverweis für Naldo sehen...
Krass oder? Aber dem kann man nicht widersprechen. Deswegen wird Bastian Dankert auch die Ansage von Werner, dass Fährmann ihn nicht berührt hat, ignoriert haben. Denn wenn er das Foulspiel Naldo zuschiebt, muss er dem nach Fifa Regeln, an die wir uns ja alle halten müssen, zwingend Rot geben. Thumbs up für und von Werner...

Wenn der wirklich ein vom schlechten Gewissen getriebener fairer Sportsmann gewesen wäre... hätte er einen Chicharito gebaut. Oder Kick it like Beckham gespielt... Und hinterher zugegeben, dass er in dem Moment wo angeblich Fährmann das Foul begangen hat, erkannt hat, dass das ein geschundener und kein verdienter Elfmeter war.
Das Unrechtsbewusstsein von Werner war aber auf Erich Honecker Niveau: Er hat sich so sehr im Recht gesehen und war damit so absolut überzeugt davon, dass es absolut richtig ist, sich im Strafraum bei jeder Gelegenheit fallen zu lassen, dass er den Elfmeter selber eiskalt einlocht...

Also wenn er wenigstens nen anderen hätte schießen lassen... aber nein, er macht das selbst...

Das ist ja genau das eigentliche Problem. Denn es zeigt wie sehr einen das "sich foulen lassen" in der DNA der Fußballprofis steckt.

Weil dieses "Ich spüre einen Kontakt, ich lasse mich fallen" vorm 16er ständig passiert. Und dann... kommen die ganz schlauen Vollidioten und sagen "Dann muss der Schiedsrichter doch den Spieler befragen!" Leute... ehrlich...
Ein Schiedsrichter wird pro Spiel garantiert 10 Mal bewusst getäuscht. Soll er danach wirklich jedes Mal zum Spieler gehen und ihn fragen, ob es wirklich weh tut? Wo er denn angeblich getroffen worden sei, damit er das mit seiner Wahrnehmung abgleichen kann? Vor allem, wenn er doch in 95% der Fälle eh ein "natürlich wurde ich getroffen, sonst würde ich mich doch nicht so auf den Boden rollen, guck mal das blutet sogar!!! Ok, es blutet nicht, aber es braucht ganz dringend Eisspray!!!"
Und ja, Fußballprofis versuchen ständig, die Schiedsrichter zu täuschen. Dann eine ehrliche Antwort auf eventuelles Nachfragen zu erwarten ist unfassbar naiv.

Und ganz ehrlich... den Profis mache ich da gar keinen Vorwurf. Das sind halt Profis. Es steht quasi in deren Jobbeschreibung, dass sie alles versuchen müssen, um Spiele zu gewinnen. Und Freistöße in aussichtsreicher Position sind halt zu gut um "Nein" zu sagen, wenn man einen leichten Tritt spürt.

Das aller sinnloseste ist allerdings... wenn dann die sachlichen Experten nach Platzverweisen schreien. Im Fall vom Chefexperten Karlheinz Wild sogar "überall". Großartige Idee...
Aber ganz ehrlich: Glaubt ihr irgendein Schiedsrichter hat den Arsch in der Hose, einen Arjen Robben wegen eines übertriebenen Fallers direkt vom Platz zu stellen? Vor allem, wenn er die wesentlich einfachere Option hat, einfach doch das Foulspiel gesehen zu haben? Wird nicht passieren.
Klar, als kleiner Pissverein... da kann es dir passieren, das ausgerechnet an deinem Freistoß raus holen ein Exempel statuiert wird. Aber einen Nationalhelden wie Mario Götze vom Platz stellen, weil er im Mittelfeld mit einem theatralischen Umfaller das Spiel beruhigen will? Und ja, genau das fordert unser Chefreporter. Geile Idee. Ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...

Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ein geläuterter Uli Hoeneß eskaliert, wenn einer seiner Spieler fürs Freistoß schinden Rot kriegt. Also klar, ich würde das mega gerne sehen. Aber selbst wenn die Regeln in die Richtung geändert werden... dass das wirklich passiert und durchgesetzt wird... eher steigt der HSV ab...

Und ja... bei Konsequenter Regelauslegung endet jedes Spiel mit 10 Elfmetern (nach Regelwerk kannst du nach jeder Ecke einen geben, so viel wie da gezogen und gezerrt wird) und in einem lustigen 8 gegen 8, weil pro Mannschaft 3 Spieler für konsequent geahndete Taktische Fouls und/oder fürs Reklamieren des Platzes verwiesen wurden. Wenn es dann noch für jede "Schwalbe" Rot gibt, muss das Spiel nach 70 Minuten abgebrochen werden...

Es wäre einer dieser Dinge, die man ins Regelwerk schreiben kann, die dann aber niemals umgesetzt werden würden... da kann man sich das Ganze auch sparen...



Die wirklich spannende Frage ist ja... wie schafft man das ganze ab. Lustiger Weise kann man da einiges von der NBA lernen. Die haben, als es ihnen zu auffällig wurde, eine Anti-Flopping-Rule eingeführt. Und wer wegen Schauspieleinlagen überführt wird, kriegt eine technisches Foul und eine Geldstrafe. Und beim 5. Mal wird man dann gesperrt.
Nun muss man an der Stelle darauf hinweisen, dass eine NBA Saison 82 Spiele dauert. Das relativiert dann die 5 Schwalben pro Jahr etwas.
Aber: Die NBA kann (und lässt) die Spiele hinterher von ihren eigenen Experten analysieren. Also selbst wenn der Schiedsrichter in der Tatsachenentscheidung auf deine Schwalbe rein fiel, wirst du hinterher zur Kasse gebeten. Und wenn es deine 5. Schwalbe ist, wirst du gesperrt.

Das wäre genau die funktionierende Lösung fürs Problem: Eine unabhängige, unparteiliche Fußball-Ethik-Kommission (weil wir davon noch nicht genug haben), die sich mit genau diesem Schwerpunkt die Spiele anguckt. Und hinterher sagt: Die Aktion von Spieler X in Minute 32 wurde von uns als Schwalbe bewertet. Das ist seine 4. Schwalbe in dieser Saison. Er darf damit dieses Mal 35.000 Euro an den Bund der Schiedsrichter spenden. Er ist damit bei insgesamt 120.000 Euro. Das nächste Mal sind es 45.000 und er wird für ein Spiel gesperrt. Die Schiedsrichter der Kreisklassen des Landes bedanken sich für die goldenen Duschvorhänge, die von dem gespendeten Geld für sie gekauft werden konnten.

Wenn das eingeführt werden würde (und in den Köpfen der Spieler angekommen ist) würde Timo Werner gar nicht mehr auf die Idee kommen, sich auf Grund des leichten Kontakts von Naldo fallen zu lassen. Er würde nur noch umfallen, wenn er wirklich getreten worden ist... So, wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Oh und das andere ganz große Problem könnte man auch noch beheben: Man kann die persönlichen Strafen und die daraus eventuell resultierenden Sperren einfach wieder streichen. Die Gelbe Karte von Fährmann kam durch einen erfolgreichen Täuschungsversuch zustande. Es ist Fährmanns 2. in dieser Saison... wenn er weiterhin in diesem Tempo Gelbe Karten sammelt, könnte er am Ende echt für ein Spiel gesperrt werden. Während der eigentlich zu bestrafende Spieler nichts zu befürchten hat... So sieht Gerechtigkeit auf dem Fußballplatz aus. Und ja, ich werde darauf zurück kommen, falls Fährmann diese Saison noch gesperrt wird.

Und ja, bei einem Torwart klingt das noch relativ absurd... aber stellt euch mal vor Naldo hätte dafür wirklich Rot gesehen... und wäre noch für ein weiteres Spiel gesperrt worden, in dem Werner dann über den Platz jagen darf.

In dem Moment fällt mir auch die Effektivste Bestrafung der Ethikkommission ein: Der Spieler bekommt einfach die Strafe, die er durch seine Schauspieleinlage ausgelöst hat. Wer also eine Tätlichkeit an sich vortäuscht, obwohl der Gegner einen nicht mal berührt, kriegt dann hinterher die 4 Spiele Sperre, die dem angeblichen Täter zugestanden hätten. Wer eine Rote Karte für eine Notbremse erschindet, kriegt selber das entsprechende Spiel Sperre aufgebrummt. Und wer einfach nur ein taktisches Foul verkauft, kriegt dafür selber nachträglich das Gelb, welches dem Gegenspieler unter die Nase gehalten wurde. Nur so nen spontaner Gedanke.

Oder man gibt einfach für jeden Täuschungsversuch, egal ob direkt vor Ort oder Hinterher in der Analyse, eine Gelbe Karte für das Strafenkonto des Spielers....
Wobei dann als nächstes die Vorstellung, wie 4 Darmstädter Profis auf ein Mal wie vom Blitz getroffen im Mittelkreis zu Boden gehen um sich so ihre 5. Gelbe Karte abzuholen und gegen die Bayern gesperrt auszufallen... genau genommen einfach nur göttlich ist...

Ich will mir jedenfalls gar nicht ausrechnen, wie viele Gelbsperren durch übertriebene Theatralik der Offensivspieler zustande kommen. Ein Problem, dass man einfach lösen könnte, in dem man jede Verwarnung hinterher nochmal durchleuchtet und guckt, ob sie angemessen war. Und sogar ohne die Tatsachenentscheidung direkt zu untergraben, denn für den Rest des Spielst bleibst du ja verwarnt. Gestrichen wird das ganze erst nach 90 Minuten.
Was auch nicht absolut Fair ist, aber... nun ja... besser als der Status Quo...

Montag, 5. Dezember 2016

Worst of des ganz großen Trauerspiels

Wenn uns die letzten Wochen eines gezeigt haben... dann doch, dass die Mannschaften im Tabellenkeller gerade buchstäblich in einer eigenen Liga spielen. Also in einer "Gegen wen wenn nicht in direkten Duellen, sollen die überhaupt punkten" Liga...

Und ja, selbst der HSV, der sich sonst für nichts zu peinlich ist, vermeidet es seine Wiederauferstehung exzessiv zu feiern, nur weil man gegen Darmstadt und Bremen mit Mühe 4 Punkte geholt hat... und machen wir uns nichts vor: Wenn sie gegen eine echte Bundesligamannschaft gespielt hätten...

Die großartigste Szene des Wochenendes spielte sich in der 77. Minute ab. Matthias Ostrzolek lag in dieser Minute mit dem typischen schmerzverzerrten Gesicht eines Fußballprofis auf dem Rasen des Jonathan-Heimes-Stadion... und die Fans pfiffen, weil die Hamburger das nicht als Anlass nahmen, den Ball ins Aus zu spielen...
Ihr lest richtig: Die Dramstädter Fans pfiffen, weil die Hamburger keine Unterbrechungspause für ihren eigenen Verletzten Spieler haben wollten... In dem Moment wurde einem auch alles klar: Die Hamburger brauchten ihren eigenen 6er nicht wirklich um das Spiel zu gewinnen... zeitgleich war er die einzige Hoffnung auf Darmstädter Torgefahr... Cleber durfte schließlich nicht mitspielen...

Um an der Stelle noch mal eine richtig überragende Statistik auszupacken: Aytac Sulu führte seine Mannschaft in der Kategorie "Überspielte Verteidiger" an. Mit 4. In Worten Vier. Anders ausgedrückt: Marco Reus hätte diesen Wert mit einem Pass überboten, wenn Gladbach jemals 5 Verteidiger vor ihm aufgebaut hätte...
Wahrscheinlich haben sie wirklich den einen blind nach vorne geschlagenen Ball, den der Stürmer zumindest mit einer Haarspitze erreichte, als 4 "gepackte" Verteidiger gezählt... oder halt doch den einen guten Schnittstellenpass, der dann wegen vermeidlichen Abseits zurückgepfiffen wurde...
Und man kann ja vom Packing halten, was man will... in diesem Fall fasst es die Hilflosigkeit der Darmstädter Offensive extrem gut zusammen. Was ein verdammtes Problem ist: Wenn man gegen diese Hamburger keine Torgefahr entwickelt... gegen wen will man es dann schaffen?
Darmstadts komplette Spielphilosophie scheint sich auf "Wir hoffen, dass uns endlich mal wieder ne Flanke abrutscht und die ins Tor fällt" zu beschränken... und Spoiler: Das wird nicht zum Klassenerhalt reichen.

Das ist halt das wirklich traurige an dem Drama Abstiegskampf: Am Ende wird es für den HSV doch wieder reichen. Das realistischste Szenario ist eine Neuauflage des Klassikers "Wir retten uns mal wieder in der Relegation"... Und dann könnte am Ende Hannover 96 dort dann wirklich das wohl verdiente Ende für den Dino sein...

Aber hey... immerhin müssen uns die Experten nicht mehr einreden, dass Griechenland eine "große Europäische Liga" ist... und ja, das Mitleid mit dem HSV war so groß, dass man krampfhaft nach einer anderen "seriösen" Profimannschaft ohne Pflichtspielsieg gesucht hat... und bei Iraklis Saloniki fündig geworden ist. Ich weiß nicht, ob das jetzt noch Mitleid oder doch eher erbärmlich ist...
Aber hey, in Hamburg wird niemand ein Problem damit haben, wenn man sich mit 22 Punkten zum Klassenerhalt mogelt...
Denn so unfassbar unwahrscheinlich das bei einem sich so unglaublich inkompetent anstellenden Verein ist: Am Ende sind Darmstadt und Ingolstadt einfach noch schlechter. Also qualitativ gesehen stand das ja nie zur Debatte, aber beide scheinen dieses Jahr nicht in der Lage zu sein, die Qualitätsnachteile anderweitig auszugleichen...

Und ja, Maik Walpurgis hat sich erst mal für 4 Spiele in 2 Punkten "feiern" lassen... oder so. Aber nüchtern betrachtet... hatte er das leichteste Auftaktprogramm, dass ein Trainer sich vorstellen kann. Gegen die halt noch schwächeren Darmstädter und gegen die sich gerade komplett selbst demontierenden Wolfsburger... Es ist nicht zwingend davon auszugehen, dass Walpurgis vor dem Rückspiel gegen Darmstadt noch viele weitere Siege holt...
All die Hoffnung, die sich die Ingolstädter gerade einreden, muss halt irgendwie auch an den Gegnern gemessen werden. Und wenn du selbst gegen Bremer mit hausgemachten Konditionsproblemen am Ende noch das entscheidende Tor kassierst... weil gefühlt 7 müde Bremer in deinem 16er auftauchen und jeder von denen schneller reagiert als deine austrainierten Verteidiger... dann hast du ein verdammt großes Qualitätsproblem...

Chicharito: Also klar, eigentlich kommt hier jetzt das Gomez der Woche. Aber ganz ehrlich... das wäre eine Beleidigung für die Stürmer, deren Aktion wenigstens als Torschuss gewertet werden kann. Eine weitere lustige Idee wäre ja der Kick it like Beckham Klassiker.

Aber auch hier gilt: David Beckham hat sich damals wenigstens bemüht. Genau genommen... müssen wir hierfür eine neue Kategorie einführen: Ein Chicharito: Wenn man den Ball aus aussichtsreichster Position aufs Tor schießen könnte, sich aber für eine harmlose Rückgabe entscheidet.

Borussia Mönchengladbach: Ich frage mich ja echt, wie lange die sich noch eine Ergebniskrise einreden wollen. Ich meine, die schaffen es seit Wochen nicht, eine Führung zu halten. Hauptsächlich, weil ihre Rückwärtsbewegung seit dem Andre Schubert da Trainer ist, absolut furchtbar ist. Sei es in Slapstickeinlagen wie an diesem Wochenende... oder aber im Kollektiven Verweigern der Rückwärtsbewegung wie in der letzten Woche. Und ja, dass Borussia Dortmund mit Marco Reus dich auseinander nimmt, kann dir mal passieren. Das wird noch ganz anderen passieren. Mit Reus in der Startelf ist das halt eine richtig geile Offensivabteilung. Aber dass in der 53. Minute 3 Mittelfeldspieler trotz ausreichender Zeit nicht hinter den Ball kommen... DAS sind strukturelle Probleme. Vor allem, wenn einer von den Mittelfeldspielern, die einfach mal 10 Meter zu weit vorne abschalten, dein Defensiver Mittelfeldspieler Mahmud Dahoud ist...
Das sind halt strukturelle Probleme... die es unter Lucien Favre (ursprünglich) nicht gab. Die sich aber unter Schubert irgendwann eingeschlichen haben und die er jetzt einfach nicht abgestellt bekommt. Obwohl genau das seine Aufgabe ist.
Ich sag ja nichts gegen die Trainer, wenn die Spieler (was ja das Problem am anderen Ende ist) sich im Wochenrhytmus für den Titel "Gomez der Woche" bewerben. Aber wenn du als Trainer deinen Spielern einfache grundlegende Sachen wie "ein 6er sollte bei gegnerischem Ballbesitz zusehen, dass er hinter den Ball kommt" nicht vermitteln kann... dann muss man sich schon irgendwann mal fragen, was der Trainer eigentlich macht. #NachtragzurletztenWoche.

War sonst noch was? Nichts relevantes oder? Oh, außer natürlich Timo Werner, Vollidiot der Woche... aber darum kümmer ich mich morgen...

Freitag, 2. Dezember 2016

Vorschau auf den "Das große Elend" 13. Spieltag

Der Freitag Abend:
1.FSV Mainz 05 - Bayern München: Und... seid ihr auch so schockiert, dass Uli Hoeneß ganze 5 Minuten gebraucht hat um sich das erste Mal als "neuer" Bayern-Präsident im Ton zu vergreifen? Das einzige, was mich noch weniger überrascht... ist wie diese martialische Sprache in den derzeitigen seitenlangen Propaganda-Artikeln mit nem Nebensatz und einem "Er hat sich ja entschuldigt" abgetan wird... denn Hoeneß jetzt kritisch zu hinterfragen, wäre ja auch wirklich unangebracht...

Der Samstag Nachmittag:
Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach: Ich glaube ja noch nicht mal, das Thomas Tuchel wirklich wegen seiner eigenen Mannschaft frustriert ist. Denn eigentlich waren die Wachstumsschmerzen in Form von mangelnder Konstanz zu erwarten... sein wirkliches Problem fängt wahrscheinlich bei den (relativ gesehen) schwachen Leistungen der Bayern an: Denn die sind dieses Jahr so verwundbar, dass die Borussia Mannschaft vom Vorjahr wirklich Meister werden köntte wird. Von dem Niveau ist man selber aber weit entfernt...Das löst halt die Unzufriedenheit bei Tuchel aus: Wenn die Bayern souverän Tabellenführer mit 8 Punkten Vorsprung wären und Tuchel, wie eigentlich geplant, seinen Angriff fürs nächste Jahr vorbereiten könnte, wären die unnötigen Niederlagen einfacher zu verdauen.

Bayer Leverkusen - SC Freiburg: Die schlechte Nachricht für die Freiburger: Immer wenn die Stimmung für Roger Schmidt zu kippen droht, holen die sich irgendwie einen dreckigen 1:0 Sieg... und die Saison droht mal wieder zu kippen...

VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin: Bei all den offensichtlichen Dingen, die man Klaus Allofs gerade vorwerfen lassen muss... ist es eigentlich schon verwunderlich, dass ein VW Vorstand das Anonym macht. Mein Tipp: Martin Winterkorn will nicht, dass irgendjemand merkt, dass er de facto bei den Bayern und in Wolfsburg in der Vereinsführung sitzt...

Werder Bremen - FC Ingolstadt 04: Und da beginnt es, das große Grauen: Die Top 4 Mannschaften dieses Blogs treffen in diesem Wochenende im direkten Duell aufeinander. Wer will da noch Real gegen Barca sehen...
Das schlimmste für die 4 betroffenen: Es gibt eigentlich kein Szenario, in denen die 4 die Abstiegszone zeitnah (also vor dem 34. Spieltag) verlassen... die gute Nachricht: Sie sind immer noch zu 4. und es werden realistisch gesehen nur 2 von ihnen absteigen...

TSG 1899 Hoffenheim - 1.FC Köln: Das Spitzenduell 5. gegen 6.. Und nebenbei 2 Mannschaften, die an 12 Spieltagen zusammen 11 mal unentschieden gespielt haben... und ja, dies bedeutet, dass die beiden nach 13 Spieltagen auf 13 Unentschieden kommen könnten... und bei den Hoppenheimern ist es nicht ausgeschlossen, dass sie einfach den Rest der Saison jedes Spiel Unentschieden beenden. Ich meine, die haben das sogar gegen die Überreste des Hamburger SVs geschafft... und gegen die Bayern. Ich lehne mich da mal aus dem Fenster: Die Sinsheimer werden diese Saison die einzige Mannschaft, die beim Rekordmeister und Rekordrelegationsteilnehmer in Spe unentschieden spielen...

Das Spitzenspiel am Abend
RB Leipzig - FC Schalke 04: Das schönste an RB: All die anderen Vereine können sich jetzt als die Moralapostel des "ehrlichen Fußballs" aufführen... auch wenn sie ohne ihre eigenen Großsponsoren ebenfalls höchstens 2. Liga spielen würden...
Und hey, man kann ja von Red Bull halten, was man will... aber im Vergleich zu Gazprom sind das richtige Engel... Also Red Bull löst keine internationalen Krisen aus, weil sie sich im Endeffekt selber bereichern wollen... ich sag's ja nur... Wer das Geld russischer Öl-Oligachen nimmt, sollte nicht mit den Finger auf Österreicher zeigen.

Der Sonntag:
SV Darmstadt 98 - Hamburger SV: Normaler Weise würde hier jetzt ein "Guckt mal, Markus Gisdol ist sicher im Sattel, der darf sogar gegen Darmstadt antreten" als Reaktion auf meinen Darmstadt Coach Bounce Beitrag kommen... aber wir reden vom HSV... den einzigen Verein, dem es zuzutrauen ist, seinen Trainer direkt nach dem Darmstadt Spiel zu entlassen.

FC Augsburg - Eintracht Frankfurt: Eigentlich ist es ja einfach, als Trainer erst Mal gut auszusehen, wenn man auf Armin Veh folgt. Gemessen daran war Niko Kovac's Einstand mit der Relegation sogar richtig furchtbar. Aber jetzt steht Frankfurt plötzlich auf Platz 4 und Kovac sieht eher wie Lucien Favre (die Gladbach Edition) als Viktor Skripnik aus. Da muss ich ehrlich zugeben: Das habe ich nicht kommen sehen.

Freitag, 25. November 2016

Vorschau auf den 12. Spieltag

Hey, das relevante passiert ja nicht am Freitag... da ist es nicht so schlimm, wenn man das erst am Samstag merkt...

Der Freitag Abend:
SC Freiburg - RB Leipzig: Ich verfolge ja die NFL nur mit einem Auge. Trotzdem wird mir da sehr schnell klar, dass man die Heldengeschichten a la Marcel Sabitzer eher mit Vorsicht genießen sollte. Denn die haben Jahre gebraucht um den Zusammenhang zwischen Gehirnerschütterungen und plötzlichen Toden ihrer Altstars herzustellen... deswegen gilt da auch: Wer am Dienstag noch wegen einer Gehirnerschütterung kotzen musste, kann am Freitag nicht schon wieder Spielen und sich der Belastung aussetzen...
So schön sich die "Dieser Held spielt gegen die Anweisungen seiner Ärzte" Sage liest... am Ende könnte der Junge da einen richtig heftigen Preis für zahlen... ich sag's ja nur...

Der Samstag Nachmittag:
Hamburger SV - Werder Bremen: Und wieder mal... ein neuer Tiefpunkt für das legendäre Nordderby... das früher mal ein echtes Spitzenspiel war... Es ist schon faszinierend, wie sich diese beiden Traditionsvereine quasi im Gleichschritt hinrichten... und ja, ein Zweitliga Nordderby als "Next Level Shit" im Jahr 2018 ist gerade ein viel zu realistisches Szenario...

FC Ingolstadt - VfL Wolfsburg: Das ultimative "Dead Coach Bounce" Duell? Ich schlage das jedenfalls nicht nach, sondern behaupte einfach, dass hier zum ersten Mal seit dem 5.10.1963, dass 2 Trainer mit zusammen 5 Bundesliga-Spielen Erfahrung aufeinander treffen...
Oh und ist eigentlich irgendjemanden aufgefallen, dass Klaus Allofs gerade sehr elegant zum 2. Mal in Folge den Niedergang eines eigentlichen Champions League Teilnehmers moderiert... in 4 Jahren wird sich niemand mehr daran erinnern, dass das mal einer der Besten Manager der Liga war...

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund: Um die Frage, ob das am Dienstag eigentlich wirklich Champions League oder doch eher Kreisklasse war, endgültig zu beantworten... muss man sich nur den Spielberichtsbogen und die Aufstellung angucken... Marc Batra lief wegen eines "internen Versehens" auf... weil Thomas Tuchel es nicht geschafft hat, den richtigen Namen an die richtige Stelle setzen zu lassen... so was passiert (wie auch ein 8:4 Endergebnis) nur in der Kreisklasse...

1.FC Köln - FC Augsburg: Jetzt gibt sogar Toni Schumacher seriöse Interviews im Kicker... WIE KONNTE DAS PASSIEREN? Und viel wichtiger: Warum hat das niemand verhindert. Schumacher sollte sich eigentlich wie die beiden ganz großen HSV und Werder Legenden äußern: Hauptsächlich unsachlich und nostalgisch... Das ist sein verdammter Job... Ernsthaft... Ich glaube langsam wirklich, dass ich in ein Paralleluniversum abgedriftet bin...

Borussia Mönchengladbach - TSG 1899 Hoffenheim: So nett sich ein 1:1 gegen Manchester City liest... wenn Gladbach am Samstag nichts holt, hat sich der ganze Aufwand kaum gelohnt.. Gladbach ist ja gerade mein heimlicher "Die werden sich so lange an Europa erfreuen, dass sie gar nicht merken, wie beschissen die eigentlich in der Liga stehen" Kandidat... denn in der Europa League und in Feiertagsform können die da echt weit kommen... diese Form zeigen sie aber in der Liga selten...

Das Spitzenspiel am Abend:
Bayern München - Bayer Leverkusen: Schlechtes Karma? Also ja... die Bayern könnten die "Wir begrüßen Uli Hoeneß wieder im Amt" Woche mit 3 Niederlagen beenden... womit man dann behaupten könnte, dass die den ja ganz dringend brauchen... Oder aber diese Saison ist eine absurde, richterlich verordnete Strafe für den Uli. Nach dem Motto: Ja, du kannst wieder Präsident werden, musst aber damit leben, dass du überall Zweiter wird... ÜBERALL!!! Sogar in der Gruppenphase der Champions League!!!

Der Sonntag:
FC Schalke 04 - SV Darmstadt 98: Darmstadt ist ja der große Hoffnungsträger der Hamburg Fans... also diese Mannschaft wird am Ende entscheiden, ob 20 Punkte für den Relegationsplatz reichen werden oder nicht. Und viel mehr als 20 Punkte dürfte der HSV nicht mehr holen...
Worauf mir ja sofort wieder einfällt: Zum Glück lebt der HSV Fan nicht in einer Arschloch-Liga... in der sich der eine oder andere chronische Abstiegskandidat a la Freiburg oder Augsburg denkt: "Hey, wenn ich den Darmstädtern mal so unauffällig einen Punkt zuschiebe... dann könnte ich das Problem HSV für mich lösen..." Andererseits... also wenn man sich anguckt, wie die Darmstädter ihrer Punkte bisher geholt haben... Sind wir uns absolut sicher, dass sich der eine oder andere Bundesligist (Hust, Frankfurt, Hust) nicht genau das gedacht hat?

Hertha BSC Berlin - FSV Mainz 05: Das große Paradoxon-Duell... also... alle Fußballfans sollten Dankeskarten an diese beiden Vereine versenden, denn ihr (ziemliches, im Falle von Mainz, absolutes im Falle der Berliner) Versagen in der Europa League verhindert, dass der Spieltag in der Rückrunde dank 4 am Donnerstag spielenden Mannschaften noch mehr zerstückelt wird...
Anders ausgedrückt: Die Masterminds der DFL sitzen gerade vor ihrem zerstörten Traum vom Montagsspiel im Jahr 2017...

Mittwoch, 23. November 2016

Heute zeigt sich, wie verlogen Thomas Müller wirklich ist.

Ok, nicht jede Aussage von Thomas Müller... aber zumindest sein "Rant" nach dem San Marino Spiel...

Denn heute um 18 Uhr hat er ein Spiel im Terminkalender, dass noch viel schlimmer ist...

Das fängt bei ganz simplen Fakten an: Von Frankfurt aus musste der gute Thomas 744 Kilometer reisen, um sein Nationalmannschaftsauswärtsspiel zu erreichen. Das ist doch noch ziemlich entspannt. Nach Rostov fliegt er jetzt 2.109km... Und anstatt hinterher noch fix den Papst zu besuchen, geht noch am Abend des Spiels zurück. Da dürfte der kleine Thomas ja mal so richtig Bock drauf haben.

Noch viel wichtiger: Er fliegt dieses Mal nicht nach Süden. In San Marino wären es angenehme 14 Grad. Ok, vielleicht regnet es wieder... Aber verglichen mit den Minusgraden, die ihn in Russland erwarten... Gestern waren es dort -10 Grad... Aber hey, garantiert kein Regen...

Dann hat der gute Thomas ja über die erhöhte Verletzungsgefahr geheult. Ich würde ja behaupten, dass die bei Minusgraden höher ist... aber ich bin kein Mediziner... und immerhin gibt es ja ne Rasenheizung, mit der man kuscheln kann, nachdem einen die Gegner getreten haben...
Und machen wir uns nichts vor: Das Spiel gegen Rostov wird wesentlich härter. Denn während San Marino nur darum gekämpft haben nicht zweistellig abgeschossen zu werden, kämpft Rostov darum ihre internationale Saison am Leben zu halten. Und im Gegensatz zu einem Bezirksliga Kicker weiß so ein russischer Profi auch, wie man seinem Gegner weh tut. Der hat ja quasi von Kindesbeinen an nichts anderes gelernt...

Alles in allem wäre dies genau die Partie, über die ein Thomas Müller mal wirklich jammern dürfte. Denn dass man Mitte November noch nach Russland reißen muss, ist wirklich eines dieser Zeichen, dass man den Spielern zu viel zumutet. Wir reden von den "Missionen", an denen jeder Feldherr der Geschichte gescheitert ist. Wo die militärische Berater selbst Donald Trump von abraten würden... aber unsere Profis lassen wir das ganz selbstverständlich machen... In kurzen Hosen...

Aber Thomas wird ja nicht jammern. Also nicht dieses Mal. Denn diese Spiele müssen halt zwingend sein. Da kann man das Rad halt nicht zurück drehen.
Außerdem verdient er bei diesem Trip ja gutes Geld. Also nicht direkt, aber diese Trips sind mitverantwortlich dafür, dass er so viel Kohle scheffelt. Und dann erträgt man das halt schweigend. Der Thomas ist ja nicht so dumm, die Hand, die ihn füttert, zu beißen.

Auch wenn, und da bin ich überzeugt von, das Spiel heute um 18 Uhr das wesentlich schlimmere ist...

Vor allem, weil es ja nicht mal jemand sehen wird... ich meine, dieses Spiel ist so grausam, dass das ZDF zum ersten Mal seit Jahren NICHT die Bayern zeigt, wenn die Bayern spielen...

Das bringt mich direkt zum Bawful Bonus Feature: Die wirklich Tragödie des San Marino Spiels lief doch in den deutschen Haushälten ab. Laut einem Anonymen Fußballsüchtigen, der einen Leserbrief an den Kicker geschickt hat, stand seine Frau ungläubig vor ihm, als er ihr gestand, dass er heute kein Fußball gucken, sondern sich mit ihr beschäftigen wollte... und sie so "Aber... der Klempner kommt doch gleich... guck du mal Fußball... Irgendwer wird schon spielen..."
Ganz ehrlich: Wie viele Ehen wird dieses Drecksspiel kaputt gemacht haben? Das ist doch unverantwortlich!!! Wir müssen die Frauen dieses Landes vor ihren Ehemänner schützen, in dem wir diese Männer mit guten nicht komplett katastrophalen Spielen vor dem Fernseher fesseln. Alles andere ist grob fahrlässig. Das ist die größte Herausforderung unserer Gesellschaft! Eine geradezu historische Verpflichtung dieser Nation!

Dienstag, 22. November 2016

Der Darmstadt-Coach-Bounce-Effekt

Oder wie man einen Trainer am Effektivsten entlässt.

Was wiederum auch nur bedeutet, dass wir diese Woche aufs Worst of verzichten müssen. So schön dieses Wochenende alleine von den Ansetzungen war: Ich habe übers gesamte Wochenende verteilt 15 Minuten Fußball gesehen... davon 5 durch eine Fensterscheibe, während ich auf meine Familie gewartet habe...
Und wenn man nichts gesehen hat, kann man auch nur schlecht urteilen.

Was aber definitiv auffällig war, ist folgende Randnotiz: Darmstadt trat bereits zum 3. Mal in dieser Saison beim Debütantenball eines neuen Trainers auf.

Das kann bei 4 Trainerentlassungen im Jahr kein Zufall mehr sein. Also anders als letzte Saison, wo man halt zufällig als erstes nach der Winterpause gegen Hannover 96 spielen durfte und das Schaaf-Debüt also nichts mit dem Spielplan zu tun gehabt hat.

Wenn man sich das anguckt, versteht man auf ein Mal auch Max Eberls ""Ich will auch Kontinuität, wenn es (...) beschissen läuft." Zitat. Der will sich damit gar nicht für den Posten als Sportdirektor in Hamburg bewerben, der meint etwas ganz anderes:

Als guter Manager entlässt man den Trainer ja nicht primär, wegen der Niederlage. Die sind nur das offensichtliche Symptom. Man entlässt den Trainer, weil man das Zutrauen in ihn und seine Fähigkeiten verloren hat. Man glaubt nicht mehr, dass man mit diesem Trainer in Zukunft die nötigen Punkte holen wird und sucht deswegen einen Neuen.

Nehmen wir hier mal als Paradebeispiel eines guten Managers Dietmaer Beiersdorfer... hey... man soll ja auch viel von Fehlbeispielen lernen können.
Dass Bruno Labbadia entlassen werden soll... gut... genau genommen stand das schon im Sommer fest, aber Details. Spätestens nach dem 0:3 gegen RB Leipzig musste man da ernsthaft drüber nachdenken. Natürlich hauptsächlich, weil man damals noch nicht daran glaubte, dass der Abstand zwischen RB und dem HSV qualitativ (also Trainer unabhängig) so groß sein würde.
Danach versuchte man seine Überzeugungen zu verdrängen und gab dem besten HSV-Trainers dieses Jahrtausends noch eine letzte Chance gegen Freiburg. Auch diese wurde... nun ja... vergeigt...

Also guckte Beiersdorfer, der ja auch eigentlich für das Große Ganze verantwortlich ist, das erste Mal auf den Spielplan... und stellte fest: Oh, fuck, die Bayern kommen als nächstes...

Und da wurde es halt auf ein Mal problematisch. Also ja, die Entlassung von Bruno Labbadia war quasi sicherer als das anstehende Schützenfest des Rekordmeisters. Aber Beiersdorfer wollte halt, dass sich weder der Interims-Jugendtrainer noch der eigentlich fest anzustellende Nachfolger direkt mit einer heftigen Klatsche verbrennt... und der HSV weiß ja Trainer unabhängig, wie man sich amtlich abschießen lässt... 

Also traf Beiersdorfer die strategisch richtigste Entscheidung und... ließ den Trainer weitermachen... Als quasi Interimslösung, während er schon mal mit Markus Gisdol verhandelte... nebenbei eine echt moralisch einwandfreie Aktion vom Gisdol... was dann zu der völlig absurden Situation führte, dass man seinen Trainer nach der besten Saisonleistung entlassen musste. Aber das konnte ja nun wirklich keiner Ahnen... also dass diese Mannschaft sich ausgerechnet gegen die Bayern wehrt...

Aber ja: Wenn man das Spiel gegen die Bayern nicht eh schon als hoffnungslose Niederlage abgeschrieben hätte, wäre Bruno schon eine Woche früher entlassen worden...

Wie kommt jetzt, wo wir uns drauf geeinigt haben, dass nicht primär die Niederlagen, sondern die Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Wochen, zu Trainer Entlassungen führen und man zumindest nicht nach einem ungünstigen Spiel zu Einstieg für einen Trainer sucht, Darmstadt in Spiel?

Nun ja... also wenn man die Bundesliga-Manager ehrlich eine Voraussage machen ließe, gegen wen sie mit wie vielen Punkten rechnen, damit man auf die 40 kommt, die man brauchen will... würde jeder gegen die Bayern mit 0 rechnen... und gegen Darmstadt mit Vier. Mindestens... Gegen die wird man schon irgendwie mindestens ein Spiel gewinnen...

Das bringt einen als Manager schon irgendwie in Zugzwang. Also man geht als Berufsoptimist wahrscheinlich sogar davon aus, dass es gegen Darmstadt sogar noch mit dem alten Trainer irgendwie reicht. Das Problem ist halt: Das hilft dir nicht. Und einen Trainer nach einem Sieg entlassen... nun ja... das wirkt noch blöder als einen Trainer nach der mit Abstand besten Saisonleistung zu entlassen... auch wenn diese Leistung wenigstens in einer Niederlage endet.

Und auch wenn sich die Bilanz mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage nicht mal großartig berauschend liest... so haben doch Alexander Nouri und (irgendwie auch, keiner versteht warum) Valerien Ismael die Grundlage für ihre Beförderung zum Cheftrainer gegen Darmstadt gelegt... ohne wirklich (also offensichtlich) zu überzeugen. Und Maik Walpurgis hat aufs Erste den Bock umgestoßen.

An der Stelle fällt einem auch auf, wie sicher Andre Schuberts Arbeitsplatz wirklich ist: Gegen Darmstadt "darf" er oder sein Nachfolger erst am 21.1. (oder... direkt nach der Winterpause... das ist quasi ein doppelt idealer Zeitpunkt für einen Trainerwechsel) antreten... Wenn er also nach der "Herbstmeisterschaft" nicht entlassen wird, kann er erst Mal richtig durchatmen: Dann vertraut Eberl ihm wirklich...

Und ja, wenn Markus Kauczinski die auch für ihn durchaus möglichen Punkte gegen Darmstadt geholt hätte... hätte das die Entlassung wahrscheinlich nur weiter hinausgezögert, als den Ingolstädtern wirklich zu helfen. Ob der Trainerwechsel allerdings wirklich was gebracht (also wenigstens einen Dead Coach Bounce ausgelöst) hat, oder man halt nur gegen die "andere schwächste Mannschaft der Bundesliga" gepunktet hat, werden die nächsten Wochen zeigen müssen...